Gibt es hier etwa Hexenrezepte
mit Froschschenkeln oder Spinnenbeinen?

Nun, nicht direkt.
Ich habe ein wenig in meinem
Hexenbuch gestöbert und Folgendes für Dich,
falls Du ein Liebchen gewinnen willst, hier veröffentlicht.


Der Liebestrank

Bewährte Rezepte
notiert von meinem Hexen-Vater, dem vollkommenen Land-Medicus, anno 1699
(neunundneunzig
Hexenjahre nach meiner Geburt)

Aus Spargel, Krebsschwänzen, Fischmagen, Maulwurfsblut und der Zung
einer Turteltauben mache einen Sud bis er so zähe ist wie Menschenblut,
seihe ihn dreimal durch um' Neumond, würze mit Pfeffer, Moschus und Ambra
und schütte drei Tage nacheinander je drei Tropfen einer Person in das Essen.
Probatum!


Nimm ein halb Loth der Aschen-Farben kleinen vielfüßiger Käfer,
so unter faulen und feuchten Brettern gefunden wurden (etliche nennen sie Maur-Esel),
lege sie in acht Loth blau Violen Oehl etliche Tage bis sie sterben,
setze sie in die Sonne, trincke es dann,
die Kräfte der Liebe erwachen.


Nehme eine Turteltaubenzung ins Maul, rede mit deiner Buhle lieblich,
küsse sie auf den Mund, so hat sie dich lieb, daß sie dich nicht mehr lassen kann.


Man nehme eine lebende Kröte,
am Freitag, vor Aufgang der Sonne, zur Stunde der Venus,
hänge man sie an den Hinterbeinen im Rauchfang auf.
Man pulverisiere sie trocken, hülle sie in eine Stück Papier,
lege sie drei Tage unter einen Altar und hole sie am dritten wieder.
Wenn auf diesem Altar die Messe gelesen worden ist, so genügt es,
um alle Frauen dir nachlaufen zu lassen, daß du eine Blume damit bestreuest.


Mische Schierling, Baldrian, Efeu, Malve und Zypresse in einen Kessel,
daß die Teile darin die gleichen sind,
dazu Wasser von einer reinen Quelle, an Vollmond geschöpfet,
lasse das Säftlein kochen so lange als man sieben Paternoster spricht.
In Tröpfeln ausgegeben, wird ein gewisses Mittel sein, daß die Burschen dir nachlaufen.

 

Die Liebe gleicht einem Fieber; 
sie überfällt uns und schwindet, 
ohne dass der Wille im geringsten beteiligt ist. 

Friedrich von Schiller